Im Spotlight: Trettmann mit #diy

Trettmann. Der Mann der Stunde oder nur eine zufällige Erscheinung?

Für viele Musikfans und Magazine ist #diy, das neueste Kunstwerk von Trettmann, DAS Album des Jahres 2017. Der Name Trettmann ist aktuell in aller Munde, egal ob bei Twitter oder bei Facebook. Von sämtlichen Persönlichkeiten aus dem Musik-Business flattern Lobeshymen Richtung Leipzig, der aktuellen Heimat des Künstlers. Doch wie kommt es, dass auf einmal ein Rapper von 0 auf 100 durchstartet und selbst Sido & Savas in den Schatten stellt? Wer ist dieser Trettmann überhaupt und welche Auswirkungen hat sein Album auf den Deutschrap?
Wir möchten einen kurzen Blick hinter die Kulissen wagen und euch den Künstler Trettmann, sowie sein neues Album #diy näher vorstellen. 

Wer ist Trettmann überhaupt? 

Trettmann (bürgerlich Stefan Richter) ist ein deutscher Dancehall- und Hip Hop- Künstler der am 09. Oktober 1973 in Chemnitz geboren wurde. Seine Kindheit verbrachte er pendelnd zwischen Leipzig und Chemnitz. Viele seiner Kindheitserinnerungen und Erlebnisse spiegeln sich in seinen Texten wieder. Auch in seinem neuen Album #diy findet man viele Passagen wieder, in denen er seine Vergangenheit beschreibt und verarbeitet.
Doch Lieder und Texte gibt es von Trettmann nicht erst seit 2017.
Die ersten Erfahrungen mit der Musik machte Trettmann laut eigener Aussage bereits schon im Jugendalter. Vor allem die Beatles hätten Trettmann während seiner Jugendzeit deutlich geprägt. Seitdem habe sich Trettmann selbst an der Musik versucht und auf mehreren Gigs und Partys gerappt und gesungen. Erste eigene Erfahrungen mit dem Genre "Dancehall", für welches er heutzutage bekannt ist, machte er 2006. Sein erster Song Der Sommer ist für alle da!  stieg sogar für ein paar Wochen in die Charts ein.
Auf diesen ersten Erfolg folgte zunächst eine etwas längere Durststrecke, in der Trettmann nicht den gewünschten Durchbruch schaffte. Kleinere Auftritte bei Festivals oder dem Splash sorgten für eine leicht ansteigende Zahl an Fans. 
Weitere Informationen zu Trettmanns Vergangenheit findet ihr hier im Interview.

Der große Druchbruch gelang Trettmann im Jahre 2016. Zusammen mit der Gruppierung "KitschKrieg" schaffte es Trettmann, seinen Namen im Deutschrap zu etablieren. Er veröffentlichte drei EP's (KitschKrieg 1-3) und traf mit seinem individuellen Sound den Nerv der Zeit. Neben den EP's machte Trettmann auch mit Features auf dem Album "Palmen aus Plastik" von Bonez MC und Raf Camora auf sich aufmerksam. Die Zusammenarbeit mit den Künstlern war so erfolgreich, dass sie zu dritt eine weitere Bonus-EP für das Album herausbrachten. Die Weichen für den Erfolg waren gestellt. Mit seinem neusten Album #diy scheint er diese nun auch genutzt zu haben. Zumindest spiegeln dies die Reaktionen der Musikwelt wieder. Wir haben uns das neue Album natürlich auch angehört und möchten eine kurze Zusammenfassung geben. 

 

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Was steckt hinter #diy?

Diy ist eine Abkürzung für das Englische "do it yourself" und beschreibt neben dem Albumtitel auch den langen Weg, den Trettmann gegangen ist, um zu dem jüngsten Erfolg zu gelangen. Doch hinter der Abkürzung steckt noch viel mehr. Trettmann hat es geschafft, seine Musik komplett eigenständig zu etablieren. Ohne ein großes Label, ohne große Investoren. Zusammen mit seinem Produzenten-Teams "KitschKrieg", die den Künstler schon seit einigen Jahren unterstützen, gelang es ihm, die Leute von einer neuen Facette des deutschen Raps zu überzeugen. Das Motto #diy ist für Trettmann und "KitschKrieg" eine Herzensangelegenheit.
Es fängt an mit selbst gebastelten Beats und hört bei dem Versenden der selbst zusammengestellten und personalisierten Deluxe Boxen für die Fans auf. Der Grund für die ganze eigenständige Arbeit sei laut Trettmann die Hingabe und Leidenschaft zur Musik. Und genau diese Liebe versucht Trettmann an seine Hörerschaft weiterzugeben.

Mit Erfolg. Auf seinem Album finden wir 10 Tracks, die für eine Achterbahnfahrt der Gefühle sorgen.
In den Songs spricht Trettmann von seiner Jugend und Heimat, verpackt seinen Lebenslauf und vergangene Erlebnisse in tiefsinnige Texte und erklärt den Zuhörern in eindrucksvoller Weise, wie er zu seinem jetzigen Stand in der Musikbranche kam.

Insgesamt erwartet uns ein Meisterwerk, welches uns mit harmonischen Beats, melancholischen Klängen und tiefgründigen Themensongs zu Tränen rühren kann. Andererseits haben wir mit Songs wie GottSeiDank oder Knöcheltief, einen stimmungsvollen Dancehall-Vibe, der uns quasi automatisch zum mitsingen zwingt. Es ist die Mischung aus einem weit reichenden Klangbild, die das Album zu einem abwechslungsreichen Gesamtkunstwerk macht. Die ausgezeichnete Auswahl und Anzahl der Features runden den Eindruck nahezu perfekt ab. Es scheint, als wäre jeder einzelne Titel ein Teil vom Puzzle, welches mit dem letzten Song des Albums vollständig zusammengesetzt wird.

Fazit

Für mich persönlich ist #diy auf jeden Fall ein Highlight des Jahres 2017.
Ob es später auch das Album des Jahres werden könnte, kann ich aktuell noch nicht sagen. Dennoch kann man sich über die Entwicklung, die Trettmann in den letzten beiden Jahren gemacht hat, nur freuen. Das Album zeigt auch, dass man ohne jegliche Beleidigungen oder das typische Mutter-gef**** in der heutigen Zeit Erfolg haben kann. Für mich ist #diy von Trettmann auf jeden Fall ein Lichtblick im zuletzt ziemlich einfallslos gewordenen Rap-Game.  
Wir werden in Zukunft sicherlich gespannt sein können, welche Werke auf #diy folgen werden. Ob Trettmann den hohen Erwartungen dann gerecht werden kann, bleibt abzuwarten. Bis dahin genießen wir die aktuelle Platte und gönnen dem Künstler seinen wohl verdienten Ruhm.

Unsere Gesamtbewertung:

Wie findet ihr Trettmanns Album #diy?


[Gesamt:4    Durchschnitt: 5/5]

Ein Kommentar

  1. Ich war auf seinem Konzert in Hamburg. War mega der Abriss. Coole Leute und Trettmann live auch mega genial. Kann ich nur jedem empfehlen der noch ein Ticket bekommt.

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